
Band IV
Das Fundament der Schatten
Veröffentlicht am: 28. September 2026
Mit Band 4 führt Die Chroniken der zerbrochenen Sonne tiefer in die Schattenberge – in ein Land, in dem Licht nicht einfach schwächer wird, sondern verschwindet.
Kael, Lyra und Edrin folgen der Spur des gestohlenen Gravitas-Steins nach Norden. Doch die Schattenberge sind mehr als ein Gebirge. Sie sind das Gebiet des Umbra-Steins, der Licht, Wärme und Orientierung nimmt. In der Dunkelzone warten verlassene Pfade, alte Zeichen der Nachtklingen und die tote Stadt Nareth, in deren Ruinen ein gestohlener Solarstein die Schwerkraft selbst aus dem Gleichgewicht bringt.
Für Lyra bedeutet diese Reise eine Begegnung mit dem Orden, der sie geformt hat. Für Edrin wird jeder Schritt schwerer. Und Kael muss lernen, zwei neue Sprachen der Maschine zu verstehen: die Sprache der Verbergung und die Sprache der Schwere.
Während Valcor seine Bewegung zur Wiedergeburt der Sonne ausbaut und die Lichtpriester ihre eigene Wahrheit verteidigen, wird immer deutlicher: Der Kampf um die Solarsteine hat begonnen.
Das Fundament der Schatten ist der vierte Band der zehnteiligen epischen Fantasy-Saga Die Chroniken der zerbrochenen Sonne – eine Geschichte über Schuld, Verantwortung, zerfallende Orden und die Frage, wer die Macht besitzen darf, eine sterbende Sonne zu retten.
Figuren in diesem Band

Kael Ardyn
Der Kartograph
Kael Ardyn betrachtet die Welt lieber auf Papier als in ihr zu leben. Karten geben ihm, was die Welt selbst ihm verweigert: Ordnung. Die Illusion, dass alles einen Platz hat, wenn man nur genau genug hinschaut. Seit dem Tod seiner Eltern lebt er allein. Er hat Nachbarn, Stammkunden, einen alten Mann nebenan. Aber es gibt niemanden, dem er wirklich etwas erzählt. Die Ströme, die er seit Kindheitstagen sieht - Energie, die durch die Luft zieht, aus dem Boden steigt - hat er einmal seinem Vater beschrieben. Der hat gelacht. Danach hat Kael aufgehört, davon zu reden. Er stellt Fragen, auch wenn die Antworten unbequem sind. Er lügt selten. Er reagiert auf die Welt, er gestaltet sie nicht. Das wird sich ändern müssen. Was er noch nicht weiß: Er ist nicht nur jemand, der die Solarsteine sehen kann. Er ist mit der Sonne verbunden. Was das bedeutet, wird die Frage sein, die ihn durch alle zehn Bände trägt.

Lyra Veyne
Die Nachtklinge
Lyra wurde nicht zum Orden der Nachtklingen rekrutiert. Sie wurde dort erzogen. Das ist ein Unterschied. Sie kennt kein Leben außerhalb der Ausbildung, keine Kindheit, die ihr gehört hätte. Der Orden hat ihr beigebracht, dass Gefühle trügen und Zweifel gefährlich sind. Sie hat das geglaubt. Einen Teil davon glaubt sie noch. Aber sie hat immer Fragen gestellt. Als Kind bekam sie Strafübungen dafür. Als Erwachsene lernte sie, die Fragen für sich zu behalten. Das macht sie zur schnellsten Denkerin der Gruppe - und zur einsamsten. In einer Gefahr sieht sie den Ausweg, bevor andere die Gefahr erkannt haben. Niemand kommt ihr wirklich nah. Verbindung ist für sie eine Schwachstelle, die ausgenutzt werden kann. Was sie antreibt, ist kein Mitgefühl. Es ist Misstrauen. Der Orden weiß etwas, das er ihr nicht gesagt hat. Das wird sie nicht ruhen lassen.

Tarek Valcor
Der General
Valcor ist der schwierigste Charakter der Serie - weil er recht haben könnte. Er glaubt, die Welt kann nur überleben, wenn die Sonne wiederhergestellt wird. Das ist keine Machtgier. Es ist eine Überzeugung, zu der er durch eigene Beobachtung gekommen ist. Er hat gesehen, was die Solarsteine mit Regionen machen: die wachsende Hitze über Solareth, die Zeitverzerrungen der Nebelmarken, die zunehmende Instabilität zwischen den Fragmenten. Seine Schlussfolgerungen sind nicht falsch. Das Problem ist der Preis, den er bereit ist zu zahlen. Er denkt in Strategien, in Ressourcen, in Zielen. Menschen sind beides - Mittel und Hindernis. Als General hat er gelernt, dass Arithmetik manchmal grausam aussieht und trotzdem richtig ist. Diese Überzeugung hat ihn weit gebracht. Sie macht ihn gefährlich. Was die Begegnung mit Kael kompliziert: Beide wollen dasselbe. Die Frage ist, wer das Recht hat, die letzte Entscheidung zu treffen - und was diese Entscheidung kostet. Er kämpft für das Überleben der Welt und ist bereit, die Welt dafür zu zerstören.

Varn
Nachtklingen-Agent
Varn ist das, was Lyra hätte werden sollen. Gleiche Ausbildung, gleicher Orden, dieselbe gestohlene Kindheit. Aber wo Lyra angefangen hat zu zweifeln, hat Varn aufgehört. Er hat einmal gefragt, warum ein bestimmter Auftrag nötig war. Die Antwort war eine Woche in einer Zelle, ohne Essen, ohne Licht. Danach hat er nicht mehr gefragt. Er tötet ohne Freude und ohne Reue, weil man ihm beigebracht hat, dass beides Verschwendung ist. Er und Lyra waren jahrelang Trainingspartner. Sie kennen einander besser als die meisten Menschen je jemanden kennen - jede Kampftechnik, jede Gewohnheit, jede Schwäche. Ein Kampf zwischen ihnen ist wie ein Gespräch in einer Sprache, die nur sie beide sprechen. Was ihn tragisch macht: Er ist das perfekte Werkzeug des Ordens. Und ein perfektes Werkzeug ist kein Mensch mehr. Er zeigt Lyra, was sie geworden wäre. Er zeigt dem Leser, was der Orden seinen Kindern antut - nicht durch Erklärung, sondern durch Beispiel.
