
Band III
Die Wälder der flüsternden Zeit
Geplante Veröffentlichung: 15. Mai 2026
Der Wald fragt nicht, ob du bereit bist.
Westlich von Solareth, hinter der Vulkanlandschaft von Karath Vul, stehen die Smaragdwälder — ein Ort, an dem Bäume so groß sind wie Türme und Wurzeln den Boden aufreißen wie Hände, die nach etwas greifen. Der Vita-Stein, der Solarstein des Lebens, liegt eingewachsen im Herz des Waldes. Und der Wald will nicht berührt werden.
Kael Ardyn hat den Sonnenkreis aktiviert. Er hat den Ignis-Stein berührt und die Wahrheit über den Sonnenbruch gelesen — eine Wahrheit, die schlimmer ist als alles, was die Chroniken erzählen. Jetzt muss er den nächsten Stein erreichen. Der Vita-Stein verlangt Respekt. Und Respekt muss man sich verdienen.
Die Grünwächter, die den Wald beschützen, haben gespürt, was Kael in Solareth getan hat. Die Resonanz hat ihren Wald verändert — Bäume wachsen schneller, Tiere werden größer, das Leben gerät außer Kontrolle. Sie geben Kael die Schuld. Und sie haben recht.
Im Herzen des Waldes lebt eine Frau, die tausend Jahre alt ist, gehalten vom Vita-Stein, der jedes Leben bewahrt, das er berührt. Sie kennt die Wahrheit über den Sonnenbruch. Sie hat tausend Jahre geschwiegen. Bis jetzt.
Edrin wird schwächer. Lyra steht vor der Versuchung eines Ortes, an dem man bleiben könnte. Und Valcor folgt — mit einer Frage, die Kael nicht beantworten kann: Wenn du die Sonne heilen kannst, warum tust du es nicht?
Dann flackert die Sonne. Drei Sekunden Dunkelheit über den Smaragdwäldern. Die Uhr läuft.
Die Wälder der flüsternden Zeit ist der dritte Band der Chroniken der zerbrochenen Sonne — einer epischen Fantasy-Saga über eine Welt auf den Trümmern eines Sterns und die Frage, ob die Macht zu heilen auch die Pflicht zu handeln bedeutet.
Figuren in diesem Band

Kael Ardyn
Der Kartograph
Kael Ardyn betrachtet die Welt lieber auf Papier als in ihr zu leben. Karten geben ihm, was die Welt selbst ihm verweigert: Ordnung. Die Illusion, dass alles einen Platz hat, wenn man nur genau genug hinschaut. Seit dem Tod seiner Eltern lebt er allein. Er hat Nachbarn, Stammkunden, einen alten Mann nebenan. Aber es gibt niemanden, dem er wirklich etwas erzählt. Die Ströme, die er seit Kindheitstagen sieht - Energie, die durch die Luft zieht, aus dem Boden steigt - hat er einmal seinem Vater beschrieben. Der hat gelacht. Danach hat Kael aufgehört, davon zu reden. Er stellt Fragen, auch wenn die Antworten unbequem sind. Er lügt selten. Er reagiert auf die Welt, er gestaltet sie nicht. Das wird sich ändern müssen. Was er noch nicht weiß: Er ist nicht nur jemand, der die Solarsteine sehen kann. Er ist mit der Sonne verbunden. Was das bedeutet, wird die Frage sein, die ihn durch alle zehn Bände trägt.

Lyra Veyne
Die Nachtklinge
Lyra wurde nicht zum Orden der Nachtklingen rekrutiert. Sie wurde dort erzogen. Das ist ein Unterschied. Sie kennt kein Leben außerhalb der Ausbildung, keine Kindheit, die ihr gehört hätte. Der Orden hat ihr beigebracht, dass Gefühle trügen und Zweifel gefährlich sind. Sie hat das geglaubt. Einen Teil davon glaubt sie noch. Aber sie hat immer Fragen gestellt. Als Kind bekam sie Strafübungen dafür. Als Erwachsene lernte sie, die Fragen für sich zu behalten. Das macht sie zur schnellsten Denkerin der Gruppe - und zur einsamsten. In einer Gefahr sieht sie den Ausweg, bevor andere die Gefahr erkannt haben. Niemand kommt ihr wirklich nah. Verbindung ist für sie eine Schwachstelle, die ausgenutzt werden kann. Was sie antreibt, ist kein Mitgefühl. Es ist Misstrauen. Der Orden weiß etwas, das er ihr nicht gesagt hat. Das wird sie nicht ruhen lassen.

Edrin Thalos
Der Gelehrte
Edrin Thalos hat sein Leben einer einzigen Frage gewidmet: Warum zerbrach die Sonne? Er hat die Antwort gefunden. Das ist das Problem. Jahrzehnte auf der Suche, Reisen durch alle Regionen von Aeryndor, Gespräche mit Sterbenden, die Dinge gesehen haben, die andere nicht glauben wollten. Vor langer Zeit verschwand er von der Akademie in Solareth - nicht weil er scheiterte, sondern weil er etwas herausfand, das die Akademie nicht hören wollte. Die Sonne zerbrach nicht zufällig. Jemand hat es gewollt. Und die Solarsteine sind keine Magie. Sie sind Teile einer Maschine. Er ist kein gütiger Mentor. Er ist zielgerichtet. Er hat Kael gefunden, weil er ihn brauchte. Er ist bereit, andere in Gefahr zu bringen, weil er überzeugt ist, dass das Ziel es rechtfertigt. Was ihn menschlich macht: Er zweifelt. Nicht an den Fakten. Aber an der Frage, ob er das Richtige damit tut.

Tarek Valcor
Der General
Valcor ist der schwierigste Charakter der Serie - weil er recht haben könnte. Er glaubt, die Welt kann nur überleben, wenn die Sonne wiederhergestellt wird. Das ist keine Machtgier. Es ist eine Überzeugung, zu der er durch eigene Beobachtung gekommen ist. Er hat gesehen, was die Solarsteine mit Regionen machen: die wachsende Hitze über Solareth, die Zeitverzerrungen der Nebelmarken, die zunehmende Instabilität zwischen den Fragmenten. Seine Schlussfolgerungen sind nicht falsch. Das Problem ist der Preis, den er bereit ist zu zahlen. Er denkt in Strategien, in Ressourcen, in Zielen. Menschen sind beides - Mittel und Hindernis. Als General hat er gelernt, dass Arithmetik manchmal grausam aussieht und trotzdem richtig ist. Diese Überzeugung hat ihn weit gebracht. Sie macht ihn gefährlich. Was die Begegnung mit Kael kompliziert: Beide wollen dasselbe. Die Frage ist, wer das Recht hat, die letzte Entscheidung zu treffen - und was diese Entscheidung kostet. Er kämpft für das Überleben der Welt und ist bereit, die Welt dafür zu zerstören.

Neven
Gelehrter
Neven war Student an der Akademie von Solareth, bis sie ihn hinauswarfen. Sein Vergehen: Er hatte Fragen über die Instabilität der Solarsteine gestellt, die die Akademie für gefährlich hielt. Fragen, die zeigten, dass die offizielle Erklärung des Sonnenbruchs Lücken hatte. Ein Student, der die Lücken sah, war schlimmer als einer, der gar nichts sah. Valcor fand ihn zwei Jahre später. Er gab ihm ein Labor, Mittel, die Freiheit zu forschen. Im Gegenzug arbeitet Neven für Valcors Ziele. Es ist kein Zwang - Neven glaubt, dass Valcor recht hat. Die Sonne stirbt. Jemand muss etwas tun. Das Problem ist, dass er anfängt zu sehen, was "etwas tun" in Valcors Sprache bedeutet. Er ist nicht naiv. Er ist jemand, der an eine Sache geglaubt hat - und langsam merkt, dass der Preis dieser Sache höher ist, als er dachte. Das macht ihn zu keinem Bösewicht. Es macht ihn zu einem Mann, der eine Entscheidung treffen muss, die er nicht treffen will. Er hat sich Valcor angeschlossen, weil er an die Wahrheit glaubt. Jetzt beginnt er zu fragen, ob die Wahrheit den Weg rechtfertigt.
