Welt von Aeryndor

Solareth

Die größte Handelsstadt Aeryndors. Im Süden des Kontinents gelegen.

Reisende, die zum ersten Mal nach Solareth kommen, heben den Blick und fragen, ob es immer so aussieht. Die Einheimischen zucken mit den Schultern. Sie kennen keinen anderen Himmel.

Über Solareth hängt ein permanenter roter Schein - erzeugt vom Ignis-Stein, der vor fast tausend Jahren in den Krater unter der Stadt fiel und seither nie aufgehört hat zu brennen. Die Stadt wurde um diesen Krater herum gebaut, auf ihm, über ihm. Wer in Solareth lebt, lebt auf einem Solarstein.

Die Stadt ist reich, laut und gefährlich. Ihr Reichtum kommt aus dem feuerverstärkten Stahl, der in der Nähe des Ignis-Steins geschmiedet wird - härter und leichter als jedes andere Metall auf dem Kontinent. Händler aus allen Regionen kommen nach Solareth, und die Stadt hat daraus ein Imperium aus Geld und Einfluss gebaut. Die Architektur zeigt das: massive Türme aus dunklem Vulkanstein, Festungsmauern, die die Stadt umgeben, breite Straßen für Handelskarawanen. Solareth wurde nicht für Schönheit gebaut. Es wurde für Überleben gebaut.

Regelmäßig brechen Sonnenstürme über die Stadt herein. Tage, an denen der Himmel tiefer brennt, die Hitze unerträglich wird und Metall heiß wird in den Händen. Die Sonnenwacht - die militärische Wachmacht der Stadt - hat Warnsysteme entwickelt. Trotzdem sterben bei jedem schweren Sturm Menschen.

Auf einem Hügel über der Stadt steht die Akademie von Solareth, die älteste Gelehrteninstitution des Kontinents. Sie bewahrt das Wissen über den Sonnenbruch - und unterdrückt es gleichzeitig. Im Untergeschoss liegen Archive, die seit Jahrzehnten versiegelt sind. Manche Fragen stellt man in Solareth besser nicht zu laut.

Und tief unter der Sonnenwacht-Festung, im Herzen des Kraters, liegt der Ignis-Stein. Drängend. Rastlos. Brennend seit tausend Jahren.