Welt von Aeryndor

Kael Ardyn

Der Kartograph

Kael Ardyn betrachtet die Welt lieber auf Papier als in ihr zu leben. Karten geben ihm, was die Welt selbst ihm verweigert: Ordnung. Die Illusion, dass alles einen Platz hat, wenn man nur genau genug hinschaut.

Seit dem Tod seiner Eltern lebt er allein. Er hat Kunden wie Maren, den Bäcker, und Joren, den Wirt, der es gut mit ihm meint. Aber es gibt niemanden, dem er wirklich etwas erzählt. Die Ströme, die er seit Kindheitstagen sieht - Energie, die durch die Luft zieht, aus dem Boden steigt - hat er einmal seinem Vater beschrieben. Der hat gelacht. Danach hat Kael aufgehört, davon zu reden.

Er stellt Fragen, auch wenn die Antworten unbequem sind. Er lügt selten. Er reagiert auf die Welt, er gestaltet sie nicht.

Das wird sich ändern müssen.

Was er noch nicht weiß: Er sieht die Ströme nicht nur. Die Steine antworten ihm. Was das bedeutet, wird die Frage sein, die ihn durch alle zehn Bände trägt.